Unser Statement zur aktuellen Situation beim Karlsruher SC

Liebe Supporters-Mitglieder,

als Fandachverband verstehen wir uns in erster Linie als Interessenvertretung der Fans des Karlsruher SC. Diese Rolle nehmen wir mit großer Verantwortung und Überzeugung wahr.

Aktuell erleben wir ein sehr unruhiges und aufgeheiztes Fanumfeld. Diskussionen rund um Entscheidungen der Verantwortlichen sowie einzelne Stimmen aus der Mannschaft werden intensiv geführt und bereiten vielen von euch Sorge.

Umso wichtiger ist für uns eine klare Einordnung: Es entspricht seit jeher unserem Selbstverständnis, dass wir uns nicht zu sportlichen Entscheidungen des KSC äußern – das steht uns auch nicht zu. Auch wenn wir den Wunsch vieler von euch nachvollziehen können, dass wir uns in bestimmten Situationen öffentlich positionieren, bleiben wir dieser Linie sehr bewusst treu.

Die strategische Ausrichtung des Vereins wurde klar kommuniziert. Innerhalb dieser Strategie mögen einzelne Entscheidungen im ersten Moment fragwürdig oder unbequem erscheinen. Doch genau solche Phasen sind oft Teil von Entwicklung und Wachstum. Ob sich dieser Weg am Ende als erfolgreich erweist, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschließend bewerten. Fußball wird bekanntlich rückblickend beurteilt. Fest steht: Wir lassen uns dabei bewusst nicht von kurzfristiger Emotionalität leiten.

Wir stehen in einem ständigen und vertrauensvollen Austausch mit der Führung des KSC. In diesen Gesprächen vertreten wir eure und unsere Interessen deutlich – auch kritisch, auch unbequem und mit Nachdruck, wenn wir es für notwendig halten.Dieser Austausch ist stets intensiv, kontinuierlich und findet zu allen relevanten Themen statt. Inhalte aus diesen Gesprächen behandeln wir dabei vertraulich. Gleichzeitig ist es uns wichtig, euch im Rahmen unserer Mitgliederversammlungen so umfassend wie möglich und nötig über relevante Themen zu informieren.

Unser Ansatz ist klar: Wir setzen auf Dialog statt Konfrontation und auf gemeinsame Lösungsansätze. Wir zeigen Loyalität gegenüber dem KSC, begleiten den Verein jedoch gleichzeitig kritisch und hinterfragend. Unterschiedliche, auch kontroverse Meinungen haben ihren Platz – entscheidend ist für uns, wie diese geäußert und diskutiert werden.

Diesen Weg wünschen wir uns auch von euch. Auf (Hass-)Kommentare in sozialen Netzwerken, Petitionen oder ähnliche öffentliche Aktionen reagieren wir nicht. Stattdessen laden wir euch ein, aktiv auf uns zuzukommen, eure Anliegen sachlich zu formulieren und den direkten Austausch zu suchen.Von Angesicht zu Angesicht – miteinander statt übereinander reden.

Darüber hinaus möchten wir euch ausdrücklich ermutigen, eure Möglichkeiten zur Mitgestaltung zu nutzen: Eine Mitgliedschaft beim KSC bietet euch die Chance, euch aktiv in die Vereinsstrukturen und Gremien einzubringen. Mitbestimmung lebt vom Engagement – nutzt eure Stimme.

Ihr wisst: Zu jedem Heimspiel sind wir an unserem Stand erreichbar und freuen uns jederzeit über persönliche Gespräche mit euch.

Blau-weiße GrüßeEuer Vorstand der Supporters Karlsruhe 1986 e.V.Marco, Maike, Patrick, Chris, Kevin, Maxi 

Unsere Demo – DER FUSSBALL IST SICHER!

Die ersten zwölf Minuten des Heimspiels gegen Elversberg herrschte im Wildparkstadion völlige Stille – wie auch in allen anderen Stadien an diesem Wochenende. Mit dieser Aktion machten die Gegengerade Karlsruhe – gemeinsam mit dem gesamten Stadion – ihren Protest gegen die von der Innenpolitik geplanten Maßnahmen zur angeblichen Erhöhung der Stadionsicherheit sichtbar. Der Protest fand jedoch nicht nur im Stadion statt, sondern begann bereits im Vorfeld der Partie:

Ein sichtbares, lautes und starkes Zeichen des Protests setzte unsere Demonstration in Karlsruhe, an der rund 4.000 Fans teilnahmen. Die Veranstaltung verlief ruhig, geordnet und wurde von mehreren inhaltlich starken Beiträgen begleitet, die das Anliegen von uns Fußballfans eindrucksvoll unterstrichen.

Im Folgenden könnt ihr die Rede von Marco Fuchs noch einmal im Wortlaut lesen:

Liebe Fußballfans,
liebe Gegengerade,
liebe Menschen, die den Fußball leben!


Nach der beeindruckenden Demonstration in Leipzig am vergangenen Sonntag – bei der Tausende Fans ein kraftvolles Zeichen für den Erhalt unserer Fankultur gesetzt haben – tragen wir diesen Protest heute auch in unsere Stadt.
Nach Karlsruhe – die Stadt des Rechts!

Warum sind wir hier?
Weil wir der Politik – und insbesondere den Innenministerinnen und Innenministern von Bund und Ländern – die Rote Karte zeigen!
Wir sind hier, weil wir nicht akzeptieren, dass eine gewachsene, vielfältige, gelebte Fankultur durch überzogene sicherheitspolitische Fantasien ausgehöhlt wird.
Wir sind hier, weil wir uns nicht zum Versuchslabor für freiheitseinschränkende Maßnahmen machen lassen.
Und wir sind hier, weil Millionen friedliche Fans nicht länger als Problem behandelt werden dürfen, nur weil sie Fußball lieben.

Wir demonstrieren heute friedlich, laut und klar – gegen die geplanten Maßnahmen der Innenministerkonferenz.
Wir demonstrieren, weil wir wissen:
DER FUSSBALL IST SICHER!

Und trotzdem fragen „Sicherheitsfanatiker“ immer wieder:
Warum seid ihr gegen neue Sicherheitsmaßnahmen?

Die Antwort ist einfach:
WEIL DIE FUSSBALLSTADIEN SCHON HEUTE SICHER SIND!

Und das ist nicht nur ein Gefühl, sondern Fakt.
Die offiziellen Statistiken – auch die der Zentralen Informationsstelle Sport der Polizei – zeigen seit Jahren:
• Die Zahl der Verletzten sinkt.
• Die Zahl der Straftaten sinkt.
• Und im Vergleich zu anderen Großveranstaltungen wie bspw. dem Oktoberfest, sind Fußballspiele der ersten drei Ligen deutlich sicherer.

Trotzdem werden Pläne verfolgt, die nicht nur überzogen, sondern einfach nur grotesk sind:
Personalisierte Tickets!
KI-Gestützte Gesichtserkennung!
Zentralisierte, politisch kontrollierte Stadionverbote!

Das sind Maßnahmen, die alle Stadionbesucherinnen und -besucher pauschal unter Generalverdacht stellen.
Die unsere Grundrechte beschneiden.
Die ein Problem lösen sollen, das es in dieser Form überhaupt nicht gibt.

Und genau deshalb sagen wir:
Das lassen wir uns nicht gefallen!

Die Rote Karte geht an Innenminister Thomas Strobl – und an seine Kolleginnen und Kollegen bundesweit.
Wir fordern Herrn Strobl auf:
Beenden Sie diese Pläne!
Reden Sie nicht über uns – reden Sie mit uns!
Suchen Sie den Dialog mit den Menschen, die Woche für Woche in den Stadien stehen, die diese Kultur tragen, die Fußball in Deutschland einzigartig machen.
Statt Misstrauen brauchen wir Unterstützung.
Statt Überwachung brauchen wir soziale Arbeit.
Statt pauschaler Verdächtigungen brauchen wir echte Partnerschaft.

Was wäre wirklich zielführend?
• Fanprojekte stärken – dauerhaft, planbar, solide finanziert.
• Die soziale Fanarbeit unterstützen – mit klaren Strukturen und einem echten Zeugnisverweigerungsrecht.
• Die Menschen fördern, die jeden Tag dafür arbeiten, dass Fußballstadien sichere Orte bleiben.

Das sind die Maßnahmen, die wirklich wirken.
Das sind die Maßnahmen, die die positive Entwicklung der letzten Jahre fortsetzen.
Das sind die Maßnahmen, die unsere Fankultur schützen – nicht zerstören.

Liebe Leute:
Wir sind viele, wir sind laut, wir sind friedlich.
Wir sind Fußballfans – und wir stehen zusammen.

Für Freiheit.
Für Fankultur.
Für einen Fußball, der allen gehört.

Vielen Dank!

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