Wir fordern: Ligapause statt Fußballspiele ohne Fans

Die Gesundheit eines jeden Einzelnen steht über allem anderen. Diese Gesundheit gilt es zu schützen. Entsprechend können wir die Entscheidung des Gesundheitsministeriums Baden-Württemberg und der zuständigen Behörden in Karlsruhe, alle (Sport-) Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Besuchern einzuschränken, nachvollziehen.

Kein Verständnis haben wir allerdings für die Entscheidung der Deutschen Fußball-Liga (DFL) bzw. des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), den Ligabetrieb ohne Zuschauer in den Stadien fortzusetzen. Kleine Vereine – wie auch unser Karlsruher Sport-Club – sind auf die Zuschauereinnahmen von Spieltag zu Spieltag angewiesen, sie sind gar teilweise existenzieller Bestandteil der Einnahmen. Viele Fans haben bereits viel Geld in Dauer- bzw. Tageskarten investiert und somit auch ein Recht darauf, ihre Mannschaft im Stadion live zu sehen. Als Fans sind wir außerdem der festen Überzeugung, dass unserer Mannschaft der notwendige, laute und emotionale Rückhalt gerade im Kampf um den Klassenerhalt fehlen wird. Anderen Mannschaften im Kampf um Auf- oder Abstieg wird es ähnlich gehen. 

„Wie der Karlsruher SC bekannt gab, rechnet der Verein durch den Zuschauerauschluss mit Verlusten i.H.v rd. 500.000 Euro pro Spiel. Für unseren KSC ein enormes Risiko! Wir rufen daher alle Zuschauer dazu auf, auf eine Rückerstattung der (anteiligen) Kosten zu verzichten und somit das finanzielle Risiko des KSC zu mindern. Es geht uns allen hierbei doch auch um eine Herzensangelegenheit“  (Supporters-Vorstand)

 Selbst die italienische „Serie A“ hat verstanden, dass Geisterspiele keine Lösung sein können. Es war aus unserer Sicht daher nur konsequent den Spielbetrieb dort erstmal ruhen zu lassen. Die Deutsche Eishockey Liga (DEL) hingegen, hat bereits die Saison beendet und auf eine Meisterkür (immerhin die 100.) in diesem Jahr verzichtet. Eine Maßnahme, die sich aus unserer Sicht aktuell vermeiden lässt. Hierfür erwarten wir von den deutschen Verbänden eine Verständigung auf europäischer Ebene, eine „Fußballpause“ einzulegen. (Frühe) Entscheidungsspiele, das Saisonfinale und überhaupt Spiele in Stadien ganz ohne Fans sind keine Alternative – Fußball ohne Fans ist kein Fußball. 

Die Supporters Karlsruhe 1986 e.V. fordern daher eine Ligapause statt Fußballspiele ohne Fans.

Als Mitglied in der bundesweiten Interessensgemeinschaft „UnsereKurve„, stehen wir außerdem hinter den dort gegenüber den Verbänden geäußerten Kernpunkten in der aktuellen Debatte: Kernpunkte auf Facebook

Spende an die SOKO Dynamo

Angesichts des heutigen Auswärtsspiels bei Dynamo Dresden, bei welchem mehr als 600 Fans aus Karlsruhe im Sonderzug anreisen werden, blicken wir noch einmal auf die Ereignisse rund um das Spiel in Karlsruhe im Mai 2017 zurück:

Wir schreiben den 14.05.2017. Dynamo Dresden reist zum Auswärtsspiel nach Karlsruhe. Begleitet wird die Mannschaft von ca. 2.000 Fans aus Dresden. Diese ziehen in einem von der Polizei geduldeten Fanmarsch über den Adenauerring zum Wildparkstadion. Angeführt von einem Trabant, folgen die Anhänger einheitlich im Camouflage Look und erklären dem DFB als selbsternannte „Football Army Dynamo Dresden“ den Krieg. Über die Folgen, welche diese Aktion nach sich zieht, konnte sich zur damaligen Zeit wohl niemand im Klaren sein.

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Supporters und Fanhilfe verurteilen Polizeitaktik beim Derby

Im Vorfeld der Partie zwischen dem VfB und dem KSC fanden drei Sicherheitsbesprechungen statt. An diesen nahmen u.a. der Einsatzleiter der Stuttgarter Polizei, Verantwortliche des KSC (Fanbetreuung, Sicherheitsbeauftragter und der Leiter des Ordnungsdienstes), sowie das Karlsruher Fanprojekt teil. In diesen Besprechungen wurde folgendes gemeinsames Sicherheitskonzept ausgearbeitet:

12 gemeinsam anreisende Busse, die ab Karlsruhe von der Polizei begleitet wurden, sollten direkt vor dem Gästeeingang auf der Benzstraße parken, wie auch von Polizei und VfB in ihrem Fanbrief kommuniziert. (https://www.ksc.de/fileadmin/user_upload/News/19_UK_FB_Fanbrief_Karlsruhe.pdf) Parallel sollten die KSC-Fans, die mit dem Zug anreisten, in Untertürkheim aussteigen und zu Fuß zum Stadion geleitet werden.

Dieses Sicherheitskonzept wurde auf Grund des Pyrofundes am Vortag im Gästeblock (https://www.swr.de/sport/fussball/vfb-stuttgart/Fussball-2,pyroimgaesteblockartikel-vfb-stuttgart-100.html) kurzfristig und nicht abgesprochen geändert. Weder das Fanprojekt Karlsruhe noch die Vereine wurden in diese Entscheidung miteinbezogen. Allen Businsassen wurde die Weiterfahrt ab Untertürkheim verwehrt und nach über einer Stunde Wartezeit ein gemeinsamer Fußmarsch mit den Zugfahrern angeordnet.

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