FANKOLUMNE – Heimspiel gegen unsere Freunde aus BERLIN

Wir freuen uns am Samstag auf ganz besondere Gäste. Wenn Hertha nach Karlsruhe kommt, ist das kein Spiel wie jedes andere. Unsere Freundschaft ist einzigartig: Sie lebt zwischen Ultras, Normalos, alt und jung, zwischen Fanclubs und unorganisierten Fans. Viel wurde darüber geschrieben und vieles wird noch geschrieben werden. An dieser Stelle möchte ich aber die Gelegenheit nutzen, nicht unsere innige Fanfreundschaft, sondern etwas anderes in den Blick zu nehmen.

Ein Fußballverein ist Heimat. Er ist der Ort, an dem man seine Freunde trifft, ein Anker, der bleibt, selbst wenn man seinen Wohnort wechselt, für Studium, Arbeit oder Partner ans andere Ende der Republik zieht. Wo man dieses Gefühl des Zuhauseseins am deutlichsten spüren kann, ist das Stadion. Dort wohnen die Erinnerungen an große Spiele, an Torjubel und Bierduschen, an Wut und Trauer über verpasste Chance und Abstiege.

 

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Fankolumne – Zum Saisonauftakt gegen Nürnberg

Erster Spieltag gegen Nürnberg? Da war doch was! Erinnerungen an die Bundesliga-Rückkehr im Sommer 2007 werden wach. Der KSC trat bei sommerlichen Temperaturen im Frankenstadion an, das damals etwas billig als Easy-Credit-Stadion daher kam und heute Max-Morlock-Stadion heißt. Tamas Hajnal macht mit seinem Doppelpack den 2:0-Auswärtssieg klar, der Auftakt in eine starke Bundesligasaison. Doch nicht jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Als wir 2003 unsere Saison im Wildpark gegen den FCN eröffneten, waren wir nicht in der Lage, einen 0:3-Rückstand aufzuholen und mussten unser Auftaktspiel mit 2:3 verloren geben. Der Anschlusstreffer von Marco Engelhardt und das erste und einzige Zweitligator von Ralf Schmitt reichten nicht zum Ausgleich.

Dieses Mal wartet eine echte Wundertüte auf uns. Nürnberg spielte in der letzten Saison praktisch das Gegenprogramm zu unserem KSC – mit einer starken Hinserie und einer Rückrunde zum Vergessen. Zur neuen Saison hat sich vieles verändert. Der Club musste mit Can Uzun seinen mit Abstand talentiertesten und torgefährlichsten Spieler in Richtung Frankfurt ziehen lassen. Auf der Trainerbank gibt Miroslav Klose sein Trainerdebüt im deutschen Profifußball und bekommt hoffentlich keinen Grund zum Salto springen.

Wenn wir in die Geschichtsbücher schauen, hat der FCN einiges vorzuweisen. Neun Mal gewannen die Franken die deutsche Meisterschaft, vier Mal den DFB-Pokal. Die letzte Meisterschaft liegt allerdings schon 56 Jahre zurück. Sie bleibt insbesondere deshalb in Erinnerung, weil dem Club im darauffolgenden Jahr als bis heute einzigem Bundesligaverein das Kunststück gelang, als amtierender Meister aus der Bundesliga abzusteigen.

Die Duelle mit unseren fränkischen Nachbarn sind ein Dauerbrenner. 32 Mal spielten wir bislang gegeneinander in der Bundesliga, 26 Mal in Liga zwei. Bei rund 250 km Entfernung und den unschönen Vereinsfarben darf man sich fast fragen, warum da nicht noch mehr Rivalität mit im Spiel ist? In der Historie gibt es aber auch Verbindendes zu finden. Fußballpionier Walther Bensemann, der Ende des 19. Jahrhunderts den Fußballsport nach Karlsruhe und damit nach Süddeutschland brachte, gründete 1920 in Nürnberg den Kicker. Die allererste Ausgabe des altehrwürdigen Fußballmagazins zierten, wie kann es auch anders sein, zwei Karlsruher Fußballmannschaften: die Karlsruher Kickers und der Karlsruher FV.

Von Peter Dittmann

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